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Besuch überbetrieblicher Kurs Modul 4

Laborant/in EFZ Fachrichtung Biologie

Im April galt mein Besuch dem Modul 4 der Fachrichtung Biologie. Die Lernziele umfassen „Grundlegende Methoden der Zellbiologie.“ Aufgezeigt werden den Lernenden die speziellen Aspekte der Arbeitstechnik mit Zellkulturen, und sie führen grundlegende zellbiologische Methoden durch. Es wird auch die nötige Theorie vermittelt, welche zum Verständnis der praktischen Arbeit notwendig ist.

Wegen der hohen Teilnehmerzahl wurden die Lernenden in zwei Kursgruppen eingeteilt und der Kurs doppelt geführt. Auf diese Weise war es möglich, allen während der ganzen Kursdauer einen Arbeitsplatz an einer Sterilbench anzubieten. Beim Arbeiten mit Zellkulturen ist eine Sterilbench Bedingung, um keine Kontaminationen zu verursachen. Die Lernenden beider Gruppen freuten sich, neues Wissen zu erwerben und neue Techniken zu erlernen. Für die meisten war zwar das Arbeiten in der Sterilbench aus dem Lehrbetrieb bekannt, aber die Arbeiten der Zellbiologie waren grösstenteils neu.

Der Morgen begann mit einem Theorieblock zum Thema „Einfrieren von Zellen“. Dann wurden gemeinsam die im Verlauf des Tages zu erledigenden Arbeiten besprochen. Bereits hier beteiligten sich die Lernenden aktiv und Fragen tauchten auf, welche diskutiert wurden. Anschliessend erstellten sie den Tagesplan. Dies ist ein wichtiger Teil der Arbeit und dient auch bereits zur Prüfungsvorbereitung.

Am Nachmittag wurde ein Cytotoxizitätstest durchgeführt. Das ist eine Methode, um die Giftigkeit von Substanzen auf Zellen zu testen. Sie bildet eine Alternative zu Toxizitätstests an Versuchstieren. Konkret ging es im Versuch darum, die Wirkung von Ethanol in verschiedenen Konzentrationen zu testen. Mit der Planung und den Vorbereitungen hatten die Lernenden bereits am Vortag begonnen. An diesem Kurstag waren die Herstellung der Präparateverdünnungen und die Übertragung der Substanzen auf die Zellplatte, welche über Nacht inkubiert wird, zu erledigen. Im Weiteren wurden Zellen kryokonserviert (eingefroren), nachdem ihre Zellzahl und Viabilität mit Hilfe des Mikroskops bestimmt worden waren. Für das Einfrieren wird ein spezielles Gefriermedium benötigt, da die Eiskristallbildung in der Zelle, aber auch in dem umgebenden Medium verhindert werden muss, um Zellschädigungen zu vermeiden. Als letzte Arbeit musste die Entwicklung derjenigen Zellen beurteilt werden, welche zwei Tage zuvor aufgetaut und in Kultur genommen worden waren.

Herr Andreas Tschanz, Ausbildner der üK Biologie, war gefordert. Es gab immer wieder Fragen zu beantworten. Auch wollten die Lernenden sicher sein, dass ihre Rechnungsergebnisse korrekt sind.

Auf Nachfrage bei den Lernenden ob sie sich auf den Kursbesuch gefreut hätten, erhielt ich von allen spontan die gleiche Antwort: “Sehr sogar, wir lernen hier so viel Neues.”

Die überbetrieblichen Kurse bieten den Lehrbetrieben, respektive den zuständigen Personen, welche die Verantwortung für die Lernenden haben, eine grosse Entlastung. Die Lernenden kommen jeweils mit neuem Wissen in Theorie und Praxis in den Lehrbetrieb zurück. Gleichzeitig erhalten sie eine gute Prüfungsvorbereitung.

Es freut mich jedes Mal, einen Einblick in den gut geführten Kurs zu erhalten und die interessierten, engagierten Lernenden zu erleben.


Charlotte Rothenbühler