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4-5/16 Das Weiterbildungsgesetz ist da – die Finanzierung nicht!

Der Bundesrat hat heute die Verordnung zum Weiterbildungsgesetz (WebiG) gutgeheissen und parallel dazu den ersten Entwurf zur BFI-Botschaft präsentiert.

Der Bundesrat hat am 25. Februar die Verordnung zum Weiterbildungsgesetz (WebiG) gutgeheissen. Damit ist das Gesetz auf dem Papier bereit für die Umsetzung ab 1. Januar 2017. Parallel dazu präsentiert der Bundesrat den ersten Entwurf der BFI-Botschaft, und dieser zeigt: Mit Ausnahme der Grundkompetenzen will der Bund künftig nicht mehr, sondern weniger Geld in die Weiterbildung investieren. «Der Staat spart am falschen Ort», sagt SVEB-Präsident Matthias Aebischer, «denn die Weiterbildung ist die Bildung der Zukunft». Der SVEB wird die  Abbaupläne im Weiterbildungsbereich bekämpfen.

Mehr als zehn Jahre nach der Annahme der neuen Bildungsverfassung ist es endlich soweit: Die Weiterbildung bekommt ihr erstes Bundesgesetz und wird damit in das nationale Bildungssystem eingeordnet. Kern des Gesetzes sind die fünf Grundsätze: Verantwortung, Qualitätssicherung und –entwicklung, Anrechnung von Bildungsleistungen an die formale Bildung, Verbesserung der Chancengleichheit, Wettbewerb. Der SVEB engagiert sich seit Jahren für diese Anliegen und begrüsst das WeBiG und die Verordnung, obwohl im Verlauf der parlamentarischen Debatten empfindliche Abstriche gemacht wurden.

 

 

Weniger Geld für die Weiterbildung als bisher

Mit dem WeBiG übernehmen Bund und Kantone Verantwortung für die Förderung der Weiterbildung. Im Bereich Grundkompetenzen von Erwachsenen schlägt sich diese Verantwortung in einem vorsichtigen Ausbau der Förderung nieder: Mit 15 Millionen für die Jahre 2017-2020 steht diesem wichtigen Bereich künftig rund doppelt so viel Geld zur Verfügung wie bisher. Eingesetzt
werden diese Mittel für Programmvereinbarungen mit den Kantonen. Anders sieht es bei den Organisationen und Projekten der Weiterbildung aus. Hier schlägt der Bund in Absprache mit den Kantonen einen Abbau der Förderung um jährlich rund 700’000 Franken vor. Für die vierjährige BFI-Periode würde die Weiterbildung also fast 3 Mio Franken weniger erhalten als bisher. Abgebaut wird dabei auch die Projektförderung, die bisher zahlreiche innovative Entwicklungen ermöglicht hat.

Neue Aufgaben 

Damit spart der Staat am falschen Ort. «Weiterbildung ist die Bildung der Zukunft. Wir werden nicht zulassen, dass Bund und Kantone das Weiterbildungsgesetz nutzen, um die Weiterbildung schlechter zu stellen als bisher», hält SVEB-Präsident und Nationalrat Matthias Aebischer fest. Mit dem WeBiG kommen neue Aufgaben auf die Organisationen der Weiterbildung zu, zum Beispiel in der Ausbildung der Kursleitenden oder bei der Qualität der Kurse. «Wir sind bereit, unseren Teil der Verantwortung bei der Umsetzung des WeBiG zu übernehmen», sagt Aebischer, «vom Bund erwarten wir, dass er die papierenen WeBiG-Grundsätze in wirksame Massnahmen umsetzt.»