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03/16 Berufliche Möglichkeiten erweitern

Start des neuen Lehrgangs auf Stufe höhere Fachschule 

Der von aprentas entwickelte Lehrgang dipl. Techniker/-in HF, Fachrichtung Systemtechnik, Vertiefungsrichtung chemische und pharmazeutische Technik, ist am 17. August 2015 gestartet. 11 motivierte Berufsleute im Alter zwischen 20 und 31 Jahren absolvieren nun diese dreijährige Weiterbildung.

Nach einer Einführungswoche zu den Themen Arbeitstechnik, Kommunikation und Selbstmanagement begann der reguläre Unterricht mit den Fächern Biologie und Fachenglisch, Chemie, Mathematik und Statistik, Informatik, Lerngruppe, Qualitäts- und Projektmanagement. Im Interview erzählen die drei Teilnehmenden Lara Moser, Merlin Schaub und Joel Steiner von ihren ersten 100 Tagen. 

Die nächste Gelegenheit, den Techniker-Lehrgang anzutreten, ist nach den Sommerferien 2017. Im August 2016 beginnen bei aprentas die Lehrgänge zur Vorbereitung auf die höhere Fachprüfung als naturwissenschaftlicher/-r Labortechniker/-in beziehungsweise dipl. Chemietechnologe/-technologin. 

 

Merlin Schaub, Chemie- und Pharmatechnologe bei Hoffmann-La Roche AG in Basel. Foto: Hugues Frainier
Lara Moser, Chemielaborantin bei IVF Hartmann AG in Neuhausen. Foto: Hugues Frainier
Joel Steiner, Biologielaborant bei Lonza AG in Visp. Foto: Hugues Frainier

 

Warum haben Sie sich für den Lehrgang als Techniker/-in HF entschieden? 

Lara Moser: Ich arbeite seit zwei Jahren auf meinem Beruf und hatte Lust auf eine neue Herausforderung. An diesem Lehrgang sprach mich unter anderem an, dass er aufbauend strukturiert und berufsbegleitend ist.

Merlin Schaub: Ich bin seit vier Jahren als Chemie- und Pharmatechnologe tätig. Nun wollte ich mein Wissen auf diesem Gebiet weiter vertiefen. Ich hatte mich schon eine Weile nach Weiterbildungs-möglichkeiten umgesehen, und dieser neue Lehrgang entsprach genau dem, was ich wollte. 

Joel Steiner: Auch ich bin seit vier Jahren ausgelernt und wollte mein Wissen erweitern, um mehr Verantwortung übernehmen zu können. Ursprünglich hatte ich geplant, für die Lonza ins Ausland zu gehen. Als dies doch nicht klappte, machte mich mein Arbeitgeber auf den HF-Lehrgang als eine andere Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln, aufmerksam. 

 

Was hat Ihre Standortbestimmung nach den ersten 100 Tagen ergeben? 

MS: Bei der Standortbestimmung überprüfte jeder für sich, ob sich seine Erwartungen bisher erfüllt hatten, was alles gut gelaufen war und woran er noch arbeiten musste. Ich bin bisher recht zufrieden. Spannend finde ich den Lerntransfer; ich konnte schon einiges bei der Arbeit anwenden. 

JS: In den ersten paar Monaten merkte ich, dass ich in Chemie mehr lernen muss. In Biologie hingegen war mir das meiste schon bekannt. 

LM: Für mich hingegen war in Biologie fast alles neu. Da dieses Fach auf Englisch unterrichtet wird, war das anfangs eine doppelte Herausforderung. Inzwischen habe ich mich aber gut hineingearbeitet. 

 

Jeden Mittwoch steht «Fachlerngruppe» auf Ihrem Stundenplan. Was muss man sich darunter vorstellen? 

LM: Diese Gruppen bilden sich immer wieder neu. Man stellt fest, dass zum Beispiel vier Personen aktuell Schwierigkeiten im Fach Chemie haben, und dann schliessen sich diese zu einer Gruppe zusammen. Wie viele Leute dabei sind, ist nicht vorgegeben. Man kann auch für sich alleine lernen. 

JS: Die Lerngruppen gehen immer nach einem Projektplan vor und setzen sich klare Ziele. Es kann vorkommen, dass man an einem Tag in drei verschiedenen Gruppen lernt: Wenn man zum Beispiel nach einer Stunde mit einer Gruppe das Lernziel erreicht hat, wechselt man zur nächsten. Auch wenn man dazwischen alleine lernt, ist immer jemand vor Ort, der einem bei Fragen weiterhelfen kann. Das finde ich ideal. 

LM: Ja, das ist ein grosser Vorteil, dass wir uns alle regelmässig hier im AZM treffen, uns austauschen und Fragen klären können. 

MS: Vor allem ganz am Anfang der Ausbildung waren die Fachlerngruppen dazu gedacht, alle auf den gleichen Stand zu bringen. Wir haben ja zum Teil verschiedene Berufe gelernt und unterschiedliche Berufserfahrungen gesammelt. Im weiteren Verlauf der Ausbildung sind die Gruppen zum Beispiel für Projektarbeiten gedacht. 

 

Was sind ihre nächsten Ziele nach dem HF-Abschluss? 

JS: Was in drei Jahren genau sein wird, ist schwierig zu sagen. Generell möchte ich gerne eigene Projekte betreuen und mehr Verantwortung übernehmen. Ich habe den Eindruck, der HF-Lehrgang eröffnet ganz allgemein sehr breite Möglichkeiten für Tätigkeiten in der Pharmaindustrie. 

MS: Ich möchte berufsnah bleiben. Ich habe sehr gerne mit technischen Anlagen und Geräten zu tun. Mein Traum wäre, an einer Schnittstelle zwischen Engineering und Produktion tätig zu sein, und ich denke, der HF-Lehrgang bringt mich in dieser Richtung weiter. 

LM: Mein Ziel ist, mich persönlich weiterzubilden und dann zu schauen, welche Möglichkeiten sich bieten. Gerne möchte ich neue interessante Aufgaben übernehmen, zum Beispiel in der Planung.