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Schule in der Sackgasse? 1-2/17

Am 16. aprentas-Forum ging es um Veränderungsprozesse insbesondere an Schulen

Viele Gäste besuchten am 24. November 2016 das 16. aprentas-Forum im Scala Basel. Zum Thema «Schule in der Sackgasse? Veränderungsprozesse zwischen Notwendigkeit und Zumutung» traten vier Referenten aus verschiedenen Bereichen auf. In der Moderation und an einer Podiumsdiskussion waren auch diesmal wieder Lernende von aprentas-Mitgliedfirmen aktiv beteiligt. 

Den Anfang machte Dr. phil. Theo Wehner, emeritierter Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich, mit einem psychologischen Blickwinkel auf Veränderungsprojekte. Er ging davon aus, dass die meisten Initiatoren von Veränderungsprojekten die Grenzen des Zumutbaren in ihren Organisationen nicht kennen, oder dass sie nicht in der Lage seien, diese Grenzen zu verschieben. «Die psychologischen Phasen von Veränderungsprozessen werden oft ignoriert», hielt er fest. So werde Widerstand ausgeblendet, obwohl dieser eine wichtige Voraussetzung dafür wäre, dass eine Veränderung schliesslich umgesetzt werden könne. 

Foto: Manuel Wüest

 

Berufe der Zukunft

Prof. Dr. Rudolf Minsch, Leiter allgemeine Wirtschaftspolitik & Bildung und Chefökonom beim Wirtschaftsverband economiesuisse, brachte die Perspektive der Wirtschaft auf Veränderungen in der Schule ein und wagte einen Blick in die Zukunft. Denn die meisten Berufe, welche die heutigen Erstklässler einmal ausüben werden, seien heute wohl noch gar nicht bekannt. Wie also sollte die Schule ihre Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten? Minsch zeigte in diesem Zusammenhang Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung auf und sprach sich generell für breite Grundausbildungen aus. 

 

Gemeinsam gelingt es doch!

Nachdem anschliessend mit dem Duo «Future Now Consultants» auch die humorvolle Perspektive auf Veränderungsprojekte und Digitalisierungtrends nicht zu kurz gekommen war, folgte ein erster Beitrag aus Sicht der Schule. Reto Thöny, Vizedirektor der Schuldirektion der Stadt Chur, stellte das «Churer Modell» des Unterrichtens vor. Anhand dieses Beispiels präsentierte er einen möglichen Weg, auch Lehrpersonen, die negative Erfahrungen mit Veränderungsprojekten gemacht hatten, dazu zu bringen, sich auf Neues einzulassen. 

Frido Koch, Schulleiter der Oberstufenschule Wädenswil und Mitglied des Beratungsteams schulentwicklung.ch, betonte das Zusammenspiel aller Beteiligten als eine wichtige Bedingung dafür, dass Veränderungen zu neuen Lernkulturen in Schulen gelingen. Am Beispiel Wädenswil illustrierte er die funktionierende Kooperation innerhalb und ausserhalb der Schule mit dem Ziel, ein ideales und zukunftsfähiges Umfeld für das Lernen zu schaffen. 

Eine Podiumsdiskussion mit Lernenden, die die Berufsfachschule aprentas besuchen, rundete das Programm ab. Die Lernenden berichteten von ihren Schulerfahrungen, tauschten ihre Meinungen dazu aus und wagten ebenfalls einen Blick in die Zukunft der Schule.

 

Foto: Manuel Wüest