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Berufsvorstellung bei Elektro Burkhalter AG Bern

Dominic Schaller stellt uns die 4-jährige Ausbildung zu dem Beruf Telematiker/in EFZ vor und erzählt von seinen Arbeitstätigkeiten.

Als erstes herzlichen Dank für die spontane Zusage von Herrn Roger Bühler, Geschäftsleitung Elektro Burkhalter AG, den freundlichen Empfang und die interessante Führung. Ebenso einen lieben Dank an Dominic Schaller, Lernender im 2. Lehrjahr, der uns die Berufsausbildung Telematiker/in EFZ vorstellt.

Was wäre die Welt ohne Strom?  Ohne ein gut funktionierendes Stromnetz gibt es kein Surfen im Internet, keine Arbeiten am Computer, keine Verbindungen zur Kommunikation, alles steht still.
Fachleute der Elektro- und Telematik-Installationsbranchen sorgen dafür, dass Energie und Daten in allen Bereichen unserer modernen Gesellschaft effizient und sicher genutzt werden können. Elektrotechnik beginnt beim Elektrizitätswerk und umfasst sämtliche Prozesse bis zur Steuerung von elektrischen Anlagen und Maschinen beim Endverbraucher. Dabei spielt die Telematik heute eine wichtige Rolle.
Kennen wir die Arbeit welche dahinter steckt? Wir freuen uns einen Einblick durch Dominic Schaller zu erhalten.

Herr Bühler Geschäftsleitung mit dem Lernenden Dominic Schaller 

Zuerst aber ein kleiner Rückblick zur Entstehung der Elektro Burkhalter AG Bern.
Die Elektro Burkhalter AG wurde 1975 gegründet und ist heute mit rund 130 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eines der führenden Elektro-Unternehmen in der Aarestadt.

Sie ist in den folgenden Bereichen Spezialist vor Ort:

  • Elektroinstallation
  • Telekommunikation
  • Netzwerke
  • Automation
  • Service & Unterhalt
  • Planung

Ein grosses Anliegen ist ihnen auch die Aus- und Weiterbildung. Pro Jahr wird acht Jugendlichen die Möglichkeit geboten eine Ausbildung zu beginnen. Sie geben Lernenden somit die Chance auf einen erfolgreichen Start in die berufliche Laufbahn.
Es sind dies in den Grundausbildungen:

  • Elektroinstallateur/in EFZ
  • Montage-Elektriker/in EFZ
  • Elektroplaner/in EFZ
  • Telematiker/in EFZ

Gleichfalls werden die Mitarbeitenden in Weiterbildungskursen gefördert.   
Von den Leistungen der Elektro Burkhalter AG profitieren Privathaushalte, Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen sowie Organisationen des Bundes, des Kantons, der Berner Gemeinden, sowie der Stadt Bern. Die Elektro Burkhalter AG gehört zum Unternehmen der Burkhalter Gruppe. Dieses Unternehmen wurde 1959 durch Ernst Burkhalter und Ruth Burkhalter in Zürich, mit damals vier Arbeitern, gegründet. Während der letzten 57 Jahren entstand die Burkhalter Gruppe mit heute rund 3`000 Mitarbeitern, davon rund 680 Lernende. Vertreten sind sie heute mit 99 Standorten in allen vier Landesteilen. Zu erkennen ist die Elektro Burkhalter Gruppe an den gelben Fahrzeugen.

Lernender Dominic Schaller bei der Arbeit

 

Interview mit Dominic Schaller Telematiker/in EFZ 2. Lehrjahr
Ohne die modernen Kommunikationsmittel wie Smarthphone, PC mit Internetanschluss oder E-Mails, können wir uns die heutige Zeit nicht mehr vorstellen. Dabei sind die Telematiker/innen die Spezialisten der modernen Kommunikationsmittel.
So fragte ich natürlich als erstes, war es der Wunschberuf für Dominic Schaller?
Der Lernende musste nicht lange überlegen, die Antwort kam spontan: «Fest stand für mich immer, es muss eine Ausbildung verbunden mit elektronischen Anwendungen sein. Gleichzeitig suchte ich einen Beruf, wo man die Theorie in die Praxis umsetzen kann. Nur am PC zu arbeiten konnte ich mir nicht vorstellen. Ich suchte etwas, das mich fordert, verbunden mit Verantwortung und Abwechslung im Berufsalltag. Zu erwähnen ist, dass ich mich durch den Beruf meines Vaters, Informatiker, bereits früh mit dem Gebiet Elektronik befasste.
Meine beliebteste Freizeitbeschäftigung war schon während der Schulzeit die Technik, Elektronik und alles was mit Computern zusammenhängt. Als es an der Zeit war mich näher mit der Berufswahl auseinander zu setzen, meldete ich mich bei der Elektro Burkhalter AG für eine Schnupperlehre als Telematiker an. Bevor das Eignungsgespräch stattfand hatte ich eine Woche Zeit mir alles noch einmal zu überlegen. Anschliessend schnupperte ich nochmals während zwei Wochen. Nun war ich voll überzeugt, dass Telematiker EFZ genau die richtige Berufswahl für mich ist. Die Arbeiten mit Hightech Geräten, sich am Puls der Kommunikation zu bewegen, war prägend für die Wahl der Berufsausbildung.
Nach der Unterschrift des Lehrvertrags freute ich mich auf den Lehrbeginn. Nun hatte ich eine interessante und spannende, Berufsausbildung vor mir. Der Arbeitsplatz ist vorwiegend bei den Kunden was viel Abwechslung mitbringt.»

Herr Bühler erklärt mir, dass dieser Beruf früher in das Berufsfeld Elektriker integriert war. Mit den heutigen Anforderungen wäre dies nicht mehr möglich. Der Kunde will überall und ohne Unterbrechung erreichbar sein, so ist beispielsweise WLAN nicht mehr wegzudenken. Schnell wurde ersichtlich, mit den neuen Techniken muss ein eigenes Berufsfeld (BiVo) erstellt werden.  

«Wie sieht es mit der Lehrstellensuche aus?», war meine nächste Frage.
Dominic Schaller antwortet fröhlich: «Für mich war es ein Glücksfall. Nach der Schnupperlehre durfte ich einen Lehrvertrag bei Elektro Burkhalter AG unterschreiben.»
Herr Bühler ergänzt: «Interessenten/Interessentinnen haben wir genügend.
Das Problem ist eher, dass es nicht genügend Lehrstellen gibt. Wurden früher in Bern noch zwei Klassen an der Berufsfachschule durchgeführt, sind es heute gesamtschweizerisch nur noch ca. 40 Lernende pro Jahr. Durch die gestiegenen Anforderungen können kleinere Betriebe die Ausbildung nicht mehr anbieten und ein Austausch unter Firmen ist oft nicht durchführbar. Was auch der Flexibilität des Arbeitsortes geschuldet ist.
Ein kleines Beispiel, die Informatik ist ein Teil der Ausbildung. In unserem Betrieb haben wir einen Informatiker angestellt. Wir können alle erforderlichen Kenntnisse bei uns anbieten. Somit kann das theoretische erlernte Wissen der Berufsfachschule optimal mit der Praxis abgestimmt werden. Das wiederum bedeutet, die Anforderungen an die Lernenden sind gross. Sie geniessen aber später ein vielfältiges Weiterbildungsangebot und profitieren wie in allen Berufen, von der erlernten Praxis welche immer wichtiger wird.»

«Wo werden die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse besucht und was sind die Hauptfächer?», hat mich als nächstes interessiert.
Die Berufsfachschule wird in Zürich an der TBZ besucht.
Die Hauptfächer sind:

  • Bearbeitungstechnik
  • Technologische Grundlagen (inkl. Mathematik)
  • Technische Dokumentation
  • Telematik und Netzwerktechnik
  • Elektrische Systemtechnik


«Die überbetrieblichen Kurse werden am Elektro-Bildungszentrum Effretikon besucht.
Im üK erlernen wir die verschiedenen Anschlusstechniken kennen, elektrische Geräte in Betrieb nehmen, eine Dokumentation, von Beginn bis zur Inbetriebnahme der Anlage zu erstellen, um einige Beispiele zu nennen.
Die Schultage sind wöchentlich und der üK dauert jeweils zwei Wochen pro Lehrjahr.
Die möglichen Weiterbildungen bieten viele Zukunftsperspektiven wie Zusatzausbildung, Weiterbildung, Spezialisierung oder eine höhere Berufsbildung mit Studiengängen.»

Nach den Ausführungen zur Theorie interessierten mich nun die Haupttätigkeiten.
Dominic Schaller muss nicht lange überlegen und zählt begeistert die wichtigsten auf die er bereits seit Beginn der Ausbildung erlernt hat:
«In einem Neubau muss man anhand von Plänen die Inhouse-Installationen für Anlagen der Telekommunikation und der Infor-
mation erstellen. Das heisst in Rohre und Kanälen werden die Kommunikationskabel eingezogen und zu einem Ganzen Netzwerk verbunden. Dies erfolgt mittels Kupferkabel oder den schnellen Glasfaserkabel damit die Daten vom Absender zum Empfänger den richtigen Weg finden. Ausserdem wäre da noch das Integrieren und Konfigurieren von aktiven Komponenten durch Switches und Router in das Netzwerk.
Das Verbinden der Endgeräte, wie zum Beispiel Telefonapparate, Fax und Drucker, mit dem Netzwerk am Kommunikationsrack patchen um die richtige Verbindungen für die Apparate zu erhalten. Weiter richten wir PC Arbeitsplätze ein und überprüfen anschliessend die Anlagen. Dazu gehört auch das Programmieren der kabellosen Endgeräte. Im Kommunikationsraum werden Telefonautomaten installiert, auf dem Laptop konfigurieren wir Software nach Bedürfnissen des Kunden. Als wichtiger Teil sind die Schnittstellen zu beachten. Mit Messgeräten wird alles überprüft.
Später in der Ausbildung werde ich die Benutzer über die Funktion und der effizienten Nutzung mit Tipps beraten. Ein weiterer Bereich wird die Planung von kleineren Netzwerkinstallationen in Gebäuden und das Erstellen der technischen Dokumentation sein. Ich werde auch einen vertieften Einblick in die Informatik erhalten.»
«Bei all den breitgefächerten Tätigkeiten haben sich schon favorisierte Arbeiten herauskristallisiert?», war ich nun neugierig geworden.   
Dominic Schaller musste nicht lange studieren und meint fröhlich: «Ja bestimmt, wenn ich auch sagen kann, ich erledige alle Arbeiten mit Freude und Interesse.
Wenn ich Endgeräte installieren, verbinden und konfigurieren darf, ist das natürlich sehr spannend. Es ist anspruchsvoll und erfordert feine Arbeiten, hier kann ich mein handwerkliches Geschick einbringen. Solchen Herausforderungen stelle ich mich gerne.
Etwas weniger anspruchsvoll ist das Einlegen der Kabel, es ist ebenso ein wichtiger Teil der Arbeit und gehört dazu.»  

«Sie sind erst im zweiten Lehrjahr, bestehen trotzdem schon Zukunftspläne?»
«Mein momentanes Ziel ist es, eine gute Abschlussprüfung zu erlangen. Dann werde ich eventuell die BM nachholen und die RS ist ebenfalls zu absolvieren. In der jetzigen Zeit mit all den Änderungen in der modernen Technologie, werde ich mir erst danach meine weiteren Berufsschritte überlegen.»

«Schule, stets Neues erlernen und oft auswärts beim Kunden, bleibt trotzdem noch Zeit für Hobbys?»
Da kam die Antwort fröhlich und ohne lang nachzudenken: «Ich geniesse Ausflüge mit der Familie, das Zusammensein mit Freunden und spiele aktiv Fussball.»

Dominic Schaller lebt nach dem Motto:  Leben und leben lassen.
Meine letzte Frage war an Herrn Bühler gerichtet: «Was sollte ein Schüler / Schülerin nebst dem Interesse an der Technik und der modernen Kommunikationsmöglichkeit noch mitbringen?»
«Gute Leistungen in der Mathematik und der Naturwissenschaft, Interesse an der englischen Sprache im technischen Bereich, Handwerkliches Geschick auch für feine Arbeiten, Selbständigkeit und Freude, auch alleine zu arbeiten so wie im Team, ausserdem sollte sie oder er  kommunikativ sein und Freude für Kundengespräche besitzen.»

Wir danken Herr Bühler und Dominic Schaller herzlich für das interessante, lebhafte Gespräch. Es gibt uns einen Einblick in eine Dienstleistung die wir täglich, als so selbstverständlich, anwenden.
Vermehrt werden wir uns nun Gedanken machen, welche Arbeit ansteht bevor wir diese modernen und praktischen Kommunikationsmittel jederzeit benützen können.
Wir wünschen Dominic Schaller weiterhin diese Freude an der Ausbildung und alles Gute für seine berufliche Zukunft.

 

Charlotte Rothenbühler